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 Quelle: ThyssenKrupp Nirosta
Frachtausschreibungen weltweit standardisieren
ThyssenKrupp Stainless baut langfristig auf elektronisch unterstützte Frachtausschreibung mit TICONTRACT
Aufwand und Kosten senken, Transparenz steigern: Drei bekannte Ziele für Logistikleiter aller Branchen und Unternehmensgrößen. Vor dieser Aufgabe sieht sich auch Ernst Bernsdorf, Direktor Verkehrswirtschaft der ThyssenKrupp Nirosta GmbH, eine Business Unit der ThyssenKrupp Stainless AG. „Gerade im Prozess der Frachtausschreibungen standen wir jedes mal vor einem riesigen manuellen Aufwand", so Bernsdorf. Schon seit längerem liebäugelt er mit einer professionellen Lösung und will neue Wege gehen, um sich für den stark verändernden Logistik-Markt und die daraus resultierenden Herausforderungen und Bedürfnisse zu wappnen. „Deshalb haben wir uns im Juli 2007 für die Ausschreibungsplattform TICONTRACT e-sourcing GmbH in Kempten entschieden", so Bernsdorf. „Im 4. Quartal 2007 haben wir unsere Logistik-Kontrakte erstmals elektronisch unterstützt ausgeschrieben." Die Entscheidung, mit TICONTRACT zu arbeiten, war eine strategische: Zurzeit wickelt die ThyssenKrupp Stainless in Deutschland ein Ausschreibungsvolumen von jährlich 90 bis 100 Mio. EUR ab. Zukünftig soll das Tool auch in Italien, den USA, Mexiko und eventuell in China zum Einsatz kommen. „Mir ist es vor allem wichtig, dass wir über TICONTRACT die gesamte Abwicklungsprozedur vereinheitlichen und sauber dokumentieren können. Ich erwarte nicht, dass wir unsere Frachtkosten extrem senken werden. Ein System wie TICONTRACT einzuführen, weil man sich eine signifikante Frachtkosteneinsparung erwartet, halte ich heute für illusorisch", so Bernsdorf weiter. „Ein gewisses Optimierungspotenzial ist aber auf jeden Fall vorhanden." Wer allerdings mehr als 5 Prozent Einsparpotenzial habe, der habe zuvor in seiner Logistik etwas Grundlegendes falsch gemacht.
Neben der Optimierung der Frachtkosten geht es Bernsdorf vor allem darum, Prozesse weltweit zu standardisieren und lückenlos zu dokumentieren, um revisionssicher zu sein. „Die Auswertung von einer zentralen Stelle aus, weltweit und international für den gesamten Stainless-Geschäftsbereich: Das sind Vorteile, die für mich unbezahlbar sind." Immerhin muss ein Spektrum von Land- und Seefrachten, Komplett- und Teilladungen sowie nationale und internationale Transporte bewältigt werden – mit einem Ausschreibungsvolumen von ca. 400 Mio. EUR. Ein administrativer Aufwand, der nur schwer zu bewältigen ist. „Wir haben früher unsere Ausschreibungen manuell über Email-Anfragen und mit Excel-Sheets gemacht. Dadurch war jede Ausschreibung ein enormer Aufwand", so Wolfgang Dewitz, Abteilungsleiter Transportlogistik der ThyssenKrupp Nirosta. Die Straßen-Kontrakte werden jährlich verhandelt, Seefrachten quartalsweise.
Das TICONTRACT-System ist webbasiert, der Verlader erhält einen Login und kann sämtliche Kontrakte online ausschreiben.
„Keiner kennt seine Logistik so gut wie der Verlader selbst", so Roland Hötzl, geschäftsführender Gesellschafter der TICONTRACT e-sourcing GmbH in Kempten. „Deshalb haben wir ein benutzerfreundliches System entwickelt, mit dem der Kunde selbst einfach und intuitiv arbeiten kann." Der Ausschreibungsgenerator führt den Nutzer Schritt für Schritt durch den Prozess. Dadurch sind selbst komplexe Anfragematrizen mit Preisfeldern, Textfeldern und Drop-Down-Menüs einfach zu erstellen. Einmal angelegt, kann die Matrix immer wieder als konzernweite Standardvorlage verwendet werden. Für verschiedene Ausschreibungen müssen dann nur noch Einzelheiten wie Relationen oder Transportmengen geändert werden. „In der Anfangsphase wird man intensiv von den TICONTRACT-Beratern unterstützt", bestätigt Bernsdorf. „Wir haben die ersten Ausschreibungen gemeinsam per Online-Konferenz erstellt. Das System ist fast intuitiv bedienbar und leicht zu handeln, so dass man schnell selbst damit umgehen kann." Das Entwicklungsteam von TICONTRACT arbeitet permanent an Neuerungen und Verbesserungen. So wird kontinuierlich auf das Feedback der Nutzer reagiert und die Plattform immer weiter ausgebaut, spezialisiert und den stets wachsenden Anforderungen des Logistik-Marktes angepasst.
Das verladende Unternehmen kann sowohl aus einem Pool von über 6.000 registrierten Dienstleistern entsprechende Partner auswählen als auch die Spediteure und Frachtführer zur Ausschreibung einladen, mit denen es bisher erfolgreich zusammen gearbeitet hat. Für ThyssenKrupp Stainless bedeutet das, weiterhin mit bekannten starken Kooperationspartnern arbeiten zu können, aber auch neue Kontakte zu erschließen. „Wir haben mit Sicherheit Bewegung in die Angebote und in die Preisfindung gebracht und arbeiten nun zum Teil auch mit neuen Partnern zusammen", so Bernsdorf. Die ausgewählten Dienstleister erhalten über das System eine Einladung zur Teilnahme an der Ausschreibung. „Die Teilnahme für Speditionen und Frachtführer ist kostenlos. Die Anwendung wird ihnen einfach über einen Login zur Verfügung gestellt", erklärt Hötzl.
Neben der standardisierten Ausschreibung bietet die Plattform dem Verlader Funktionen für die interne Auswertung der Angebote. „Für uns ist vor allem dieses Auswertungstool hochinteressant", erklärt Bernsdorf. „Anhand verschiedener Simulationen kann man sich Bestpreise, Rankings und Szenarien abbilden lassen. Das veranschaulicht den gesamten Prozess extrem und lässt eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote zu." Beispielsweise wird automatisch der Bestpreis für eine Relation errechnet und mit dem Preis vom Vorjahr verglichen. „Die manuelle Variante, die wir vor TICONTRACT angewandt haben, machte den Vergleich der einzelnen Angebote nicht unmöglich, gestaltete ihn aber schwierig und aufwendig", so Abteilungsleiter Dewitz. In über 50 Prozent der Ausschreibungen habe man das 'Rundenmanagement´ genutzt. „Wir schreiben sehr komplexe Tender in einem zweistufigen Verfahren aus. Nach Auswertung der ersten Runde gehen wir mit den interessantesten Dienstleistern über TICONTRACT in die Endverhandlung."
Letztendlich sind neben dem Preis immer noch Qualitätsfaktoren, Erfahrung, Referenzen und die Chemie zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ausschlaggebend. Der persönliche Kontakt ist und bleibt das bindende Glied. „Und das soll auch so bleiben, trotz der elektronischen, internetgestützten Hilfe", ist Bernsdorf überzeugt. „Aber viele manuelle Schritte und aufwändige Tätigkeiten kann man ganz einfach TICONTRACT überlassen."
März 2008
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